Mit der Kinder-IMC wurde eine eigenständige Station geschaffen, die einen wichtigen Baustein innerhalb der pädiatrischen Versorgung bildet. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten, die eine intensivierte Überwachung und Therapie benötigen, jedoch nicht intensivpflichtig sind. Dadurch wird die Behandlung passgenauer, sicherer und effizienter.
„Kinder-IMC heißt für mich: komplexe Fälle und klare Entscheidungen“, sagt Dr. Martin Eßlinger, Stellvertretender Leitender Oberarzt der Interdisziplinären Pädiatrischen Intensivstation. „Wir arbeiten hier mit moderner Ausstattung und einem hohen pflegerischen und medizinischen Anspruch. Gleichzeitig sorgen strukturierte Prozesse dafür, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können – auf die bestmögliche Versorgung der kranken Kinder und die Begleitung ihrer Familien.“
Struktur von Anfang an
Ein besonderes Merkmal der neuen IMC-Station ist die konsequente Implementierung von Lean-Management bereits zum Start. Ziel ist es, verlässliche Abläufe zu schaffen, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und unnötige Reibungsverluste zu vermeiden.
„Hier wird eine IMC nicht nur eröffnet, sondern von Grund auf neu gedacht“, erklärt Prof. Dr. Dr. med. Johannes Nordmeyer, MHBA, Ärztlicher Direktor der Kinderheilkunde II. „Das ermöglicht es uns, medizinische Qualität und Organisation von Beginn an aufeinander abzustimmen.“
Interprofessionelles Arbeiten ist dabei selbstverständlich gelebte Praxis. Spezialisierte Teams aus Pflege und Medizin bündeln ihre jeweilige Expertise und sichern eine kontinuierliche, familienzentrierte Versorgung auf hohem fachlichem Niveau. Die Station versteht sich als hochqualifizierte Schnittstelle zwischen Normalstation und Intensivmedizin.
An der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Tübingen setzt die neue pädiatrische IMC-Station als erste Station dieser Art innerhalb der Kinderklinik konsequent auf die Implementierung des ABCDEF-Bundles. Dieses strukturierte Versorgungskonzept fördert eine kindgerechte Schmerztherapie, die Prävention von Delir, eine bedarfsgerechte Sedierung, Frühmobilisierung sowie die frühzeitige Einbindung von Patientinnen, Patienten und Familien in den Behandlungsprozess.
Weiterbildung als Investition in Qualität
Pflegekräfte mit unterschiedlichen Abschlüssen sind auf der Kinder-IMC ausdrücklich willkommen – von der klassischen Kinderkrankenpflege bis hin zu Absolventinnen und Absolventen der generalistischen Ausbildung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gezielten Qualifizierung des Personals: Pflegekräfte mit generalistischer Ausbildung haben die Möglichkeit, sich zur pädiatrischen IMC-Fachkraft weiterzubilden. Die Kosten für diese Spezialisierung werden vom Klinikum übernommen.
„Als ich meine Tätigkeit begonnen habe, hatte ich noch wenig Erfahrung in der Kinderkrankenpflege“, berichtet Maximiliane Kraß, Pflegerische Bereichsleitung der Kinder-IMC. „Durch die gezielte Förderung und Fortbildung konnte ich mich hier spezialisieren und fachlich wachsen. Das zeigt deutlich: Qualität entsteht dort, wo in Menschen investiert wird.“
Mit der neuen Kinder-IMC setzt das Universitätsklinikum Tübingen ein Zeichen für eine moderne, strukturierte und wissenschaftlich fundierte pädiatrische Versorgung – mit dem Ziel, schwer erkrankten Kindern eine bestmögliche Betreuung zu bieten.