Neuroendokrine Tumoren: Freiburg wird europäisches Exzellenzzentrum
Das Universitätsklinikum Freiburg ist erstmals als „Center of Excellence“ der European Neuroendocrine Tumor Society (ENETS) zertifiziert worden. Die Fachgesellschaft zeichnet spezialisierte Zentren aus, die seltene Tumorerkrankungen nach festgelegten Qualitätsstandards behandeln. Neuroendokrine Tumoren sind seltene Krebserkrankungen, die aus hormonbildenden Zellen entstehen können. Sie treten häufig im Magen-Darm-Trakt, in der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge auf.
„Die Zertifizierung bestätigt unsere fachübergreifende Versorgung von Patient*innen mit dieser seltenen Krebsart“, sagt Zentrumsleiter Prof. Dr. Michael Quante, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. „Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Deshalb ist es wichtig, Diagnostik, Therapie und Nachsorge individuell zu planen und Betroffene langfristig zu begleiten.“
Individuelle Therapie in einem spezialisierten Team
Neuroendokrine Tumoren sind seltene Tumoren, die aus spezialisierten Zellen des Körpers entstehen. Diese sogenannten neuroendokrinen Zellen kommen unter anderem im Magen, Darm, in der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge vor. Sie produzieren Hormone und helfen dabei, Körperfunktionen zu steuern.
Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Tumoren wachsen langsam über viele Jahre, andere sind aggressiver. Beschwerden entstehen oft erst spät und können unspezifisch sein, zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder hormonbedingte Symptome wie Hitzewallungen.
Die Behandlung hängt davon ab, wo der Tumor liegt, wie schnell er wächst, ob er sich ausgebreitet hat und ob er Hormone bildet. Möglich sind unter anderem Operation, medikamentöse Therapien, Chemotherapie, zielgerichtete Strahlentherapie oder interventionelle Verfahren. Am Zentrum für Neuroendokrine Tumoren im Rahmen des Tumorzentrums Freiburg - CCCF des Universitätsklinikum Freiburg beraten Fachleute aus mehreren Bereichen gemeinsam über die beste Behandlung. Dazu gehören unter anderem Innere Medizin, Krebsmedizin, Chirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin und Hormonmedizin.