„Über 3.500 Gründungen, ein Drittel mehr als 2024 – das zeigt den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums“, sagt Dr. Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands. „Startups ziehen die deutsche Wirtschaft nach vorn, selbst in einem herausfordernden Umfeld. Hier entstehen die Unternehmen der Zukunft. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft konsequent auf Innovation und Wachstum setzen und diesem Gründungsgeist die richtigen Rahmenbedingungen geben.“
Breite Dynamik in den Bundesländern - München führt bei Gründungen pro Kopf
Die positive Entwicklung zeigt sich in fast allen Bundesländern. Besonders stark wachsen Bayern (+247, +46 %), Nordrhein-Westfalen (+164, +33 %) und Sachsen (+43, +56 %). „Die Gründungsdynamik ist nicht auf einzelne Hotspots beschränkt“, sagt Arnas Bräutigam, Co-Founder von startupdetector. „Wir sehen Wachstumsimpulse in sehr vielen Regionen. Das zeigt: Deutschland ist nicht nur in München und Berlin gut aufgestellt, sondern trägt seine Startup-Stärke zunehmend auch in die Fläche.“
Mehr als jedes fünfte neue Startup wurde in Bayern gegründet. München liegt bei den Gründungen pro Kopf klar auf Platz 1 – in den Vorjahren waren die Unterschiede in der Spitzengruppe deutlich geringer als 2025. Daneben entwickeln sich Düsseldorf sowie forschungsnahe Standorte wie Aachen, Potsdam oder Heidelberg besonders dynamisch. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Wissenschaft, Technologie und Transfer für das Startup-Ökosystem.
Künstliche Intelligenz ist zentraler Wachstumstreiber
Der Software-Sektor verzeichnet mit Abstand den größten absoluten Anstieg und wächst von 618 Neugründungen 2024 auf 853 im Jahr 2025. Gleichzeitig gewinnen technologiegetriebene Branchen weiter an Bedeutung: 27 Prozent aller neu gegründeten Startups nutzen KI als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Arnas Bräutigam dazu: “Künstliche Intelligenz ist längst kein Nischenthema mehr, sondern prägt die Gründungsdynamik in vielen Bereichen. Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle.”
Auch jenseits klassischer Tech-Segmente zeigt sich Aufbruchstimmung: Der Food Sektor wächst um 80 Prozent. Daneben kann Medizin deutlich zulegen (+46 %), auch hier zeigt sich das Potenzial von KI, etwa bei der Auswertung radiologischer Bilder, der Früherkennung von Krankheiten oder der automatisierten Dokumentation in Kliniken und Praxen zur Entlastung des medizinischen Personals.
„Die Rekordzahlen zeigen, welches Potenzial in Deutschland steckt“, so Dr. Kati Ernst. „Unsere exzellente Forschung spielt dabei eine Schlüsselrolle als Ausgangspunkt für Innovation und neue Startups. Wenn wir Gründungen aus der Wissenschaft erleichtern und Innovation priorisieren, kann das unserer Wirtschaft zusätzlichen Rückenwind geben. Aber: Wenn es um die Skalierung von Unternehmen geht, haben wir in Deutschland Schwächen. Das zeigt sich unter anderem in der Wachstumsfinanzierung. Hier müssen wir die Rahmenbedingungen spürbar und schnell verbessern.“