Der Württembergische Krebspreis 2026 für das beste Projekt geht mit 35.000 Euro an PD Dr. Jonas Sebastian Heitmann (Universitätsklinikum Tübingen, Klinische Kooperationseinheit KKE Translationale Immunologie) für sein Projekt „Back to bench: Optimizing bispecific antibody treatment for patients with solid cancers“.
Der Nachwuchspreis 2026 geht mit 15.000 Euro an Dr. Sina Beer (Universitätsklinikum Tübingen, Innere Medizin II, Abteilung für Hämatologie, klinische Immunologie und Rheumatologie) für ihr Projekt „Genetische und funktionelle Charakterisierung der IMiDinduzierten Neutropenie beim Multiplen Myelom“.
Jonas Sebastian Heitmann, 37, geboren in Würzburg, studierte Medizin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und promovierte 2020 bei Prof. Dr. Martin Müller an der Universität Tübingen mit einer Forschungsarbeit zum Transkriptionsfaktor NFAT2 in der chronisch lymphatischen Leukämie. Seit Januar 2019 ist Heitmann Ärztlicher Mitarbeiter und seit November 2022 Oberarzt in der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Translationale Immunologie bei Prof. Dr. Helmut Salih am Universitätsklinikum Tübingen. Seit September 2022 ist Heitmann Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Im November 2023 wurde er im Fach Innere Medizin an der Universität Tübingen habilitiert. Heitmann war bereits an mehreren erfolgreichen Studien zu Immuntherapien für TumorpatientInnen beteiligt und wurde für seine Forschungsarbeiten mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem Wissenschaftspreis der Anne Liese Gaebel-Stiftung.
Über seinen Forschungsantrag:
Bispezifische Antikörper (bsAk) sind wirkungsvolle Immuntherapien: Sie bringen Tumorzellen und körpereigene Immunzellen so zusammen, dass die Immunzellen den Tumor angreifen. Seit vielen Jahren evaluiert Heitmann selbst entwickelte bsAk in klinischen Studien, derzeit u.a. bei Prostata- und Darmkrebs. Anhand von Blutproben dieser Studienpatienten soll, auch mithilfe des Preisgeldes, genauer entschlüsselt werden, wie die bsAk wirken und was über
ihren Erfolg und ihre Verträglichkeit entscheidet – um zu erkennen, welche Patienten besonders profitieren.
Sina Beer, 33, geboren in Stuttgart, studierte Medizin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, wobei sie mehrfach Auslandserfahrungen, unter anderem in Tansania, Südafrika und Malta sammelte. Beer promovierte 2020 mit einer Forschungsarbeit im Bereich Lernpsychologie mit Schwerpunkt auf dem Einfluss von Kontext und Umgebung auf Lernprozesse bei Prof. Dr. Jan Born an der Universität Tübingen. Bis April 2024 arbeitete sie als Ärztliche Mitarbeiterin in der Abteilung Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Tübingen und war zudem Mitglied der Forschungsgruppe Lymphom und Myelom. Ihre Forschungsarbeiten zu Therapie-induzierten Toxizitäten beim Multiplem Myelom führten Beer von 2024 bis 2026 an das Institute of Cancer Research in London. Über zwei Jahre wurde Beer dabei durch ein Mildred-Scheel-Stipendium der Deutschen Krebshilfe unterstützt. Zurück am Universitätsklinikum Tübingen strebt Beer als Ärztin in Weiterbildung aktuell die Etablierung einer eigenen Nachwuchs-Forschungsgruppe imBereich Myelom an.
Über ihren Forschungsantrag:
Mit den verbesserten Überlebenschancen von PatientInnen mit Multiplem Myelom gewinnen therapiebedingte Nebenwirkungen zunehmend an Bedeutung. Eine der häufigsten ist die Neutropenie, die unter einer Behandlung mit immunmodulatorischen Substanzen (IMiDs) bei bis zu 70 % der Betroffenen auftritt und das Infektionsrisiko deutlich erhöht. Mit dem Preisgeld will Beer die genetische Prädisposition für diese Nebenwirkung weiter untersuchen, um Risikopatienten künftig frühzeitig zu erkennen und Therapien sicherer zu gestalten.