zum Inhalt springen

Vier promovierende der Universität Heidelberg bei der Nobelpreisträgertagung in Lindau

Gelegenheit zum Austausch mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben vier Promovierende der Universität Heidelberg. Sie nehmen an der 75. Nobelpreisträgertagung teil, die vom 28. Juni bis zum 3. Juli 2026 in Lindau stattfindet. Jana Braunger, Tim Schubert, Laura Rueda Gensini und Nathan Trausch gehören zu den rund 600 jungen Forscherinnen und Forschern, die sich aufgrund ihrer hervorragenden akademischen Leistungen in einem mehrstufigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren durchgesetzt haben. Die Jubiläumsveranstaltung am Bodensee mit mehr als 70 Laureatinnen und Laureaten – darunter der Heidelberger Physiker Prof. Dr. Stefan Hell, Träger des Nobelpreises für Chemie – bietet ein mehrtägiges interdisziplinäres Programm mit Vorlesungen und Podiumsdiskussionen sowie die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung und Vernetzung.

Jana Braunger

Jana Braunger ist Mitglied der Arbeitsgruppe von Juniorprofessorin Dr. Britta Velten am Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg. Sie entwickelt computergestützte Methoden zur Analyse von CRISPR-Screening-Daten aus Einzelzellen. Die 27-Jährige arbeitet an einem Modell des Maschinellen Lernens, mit dem sich besser nachvollziehen lässt, wie sich bestimmte genetische Veränderungen auf die Genexpression auswirken. Ihr Ziel ist es, diese Analysen zuverlässiger und besser interpretierbar zu machen und so zu einem besseren Verständnis der Genregulation beizutragen. Jana Braunger studierte Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg und Biomathematik an der Universität Greifswald. Seit 2023 promoviert sie am COS.

Tim Schubert

Tim Schubert studiert Humanmedizin an der Universität Heidelberg und promoviert in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christian Schaaf am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg. Der 25-Jährige forscht zu der Frage, wie genetische Veränderungen die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Ziel seiner Arbeit ist es, neben einem Verständnis von Krankheitsmechanismen auch neue Ansätze für frühere Diagnosen und individuelle Therapien zu ermöglichen. Während seines Studiums sammelte er internationale Studien- und Forschungserfahrungen, unter anderem an der University of Cambridge sowie an der Harvard University. Tim Schubert ist Mitgründer des Lehrprojektes „Situs Inversus“. Dabei stellen Medizinstudierende kostenlos Lernangebote in Form eines Podcasts bereit.

Laura Rueda Gensini

Mit Laura Rueda Gensini und Nathan Trausch sind zwei Promovierende bei der Tagung dabei, die am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Arbeitsgruppe von Dr. Moritz Mall sowie an der Universität Heidelberg forschen. Im Mittelpunkt der Arbeit von Laura Rueda Gensini steht die Frage, wie sich das Glioblastom – eine aggressive Form des Hirntumors – mit der Zeit verändert und anpasst. Mithilfe von Single-Cell Genomik-Ansätzen untersucht sie die Genregulationsmechanismen, die die verschiedenen Zellzustände steuern und so den Krankheitsverlauf beeinflussen. Ziel der Arbeit ist es, neue Strategien zur Vorhersage und zu einer möglichen Beeinflussung der Tumorentwicklung zu identifizieren. Die 28-Jährige hat Biomedizintechnik an der Universidad de Los Andes in Bogotá (Kolumbien) studiert. Seit 2022 promoviert sie am DKFZ sowie an der Ruperto Carola.

Nathan Trausch

Nathan Trausch befasst sich mit den genregulatorischen Mechanismen, die dazu führen, dass sich Stammzellen zu spezialisierten Zellen – insbesondere zu Neuronen – entwickeln und diese „zelluläre Identität“ beibehalten. Verantwortlich dafür sind sogenannte „Safeguard“-Proteine, die jene Gene unterdrücken, die sonst die Differenzierung in nicht-neuronale Zellen befördern würden. Eine Beeinträchtigung dieser Mechanismen kann mit neuroentwicklungsbiologischen Störungen, beispielsweise der Autismus-Spektrum-Störung, oder der Entstehung von Krebszellen verbunden sein. Für seine Dissertation untersucht der 25-Jährige seit Juni 2026 uncharakterisierte sowie bekannte „Safeguards“, unter anderem mit Hilfe von CRISPR-Screens, neuronalen Organoiden und Optogenetik. Zuvor hat er in Marburg Humanbiologie und in Heidelberg Molecular Biosciences studiert.

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen wurden 1951 ins Leben gerufen. Seit 1953 werden auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu den jährlichen Tagungen eingeladen. Ziel ist es, den Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, wissenschaftlichen Disziplinen und Kulturen zu fördern und die Bedeutung der Wissensgesellschaft hervorzuheben.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/vier-promovierende-der-universitaet-heidelberg-bei-der-nobelpreistraegertagung-lindau