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Wie personalisiert ist Gesundheit?

Rund um das aktuelle Thema personalisierte Gesundheit drehte sich der diesjährige Gesundheitskongress an der Hochschule Furtwangen (HFU). Unter dem Thema „Gesundheit für ALLE! – erfolgreiche Strategien durch Personalisierte Gesundheit“, hatte die HFU zum 15. Mal gemeinsam mit dem Gesundheitsnetzwerk Schwarzwald-Baar, der Fördergesellschaft der Hochschule Furtwangen PRO HFU e.V. und der Stadt Furtwangen eingeladen.

Der stellvertretende Rektor Prof. Dr. Christoph Reich eröffnete den Kongress und betonte den hohen Stellenwert den das Thema Gesundheit an der Hochschule hat.

„Nicht standardisierte, sondern personalisierte Gesundheit, die die Lebensumstände mit in den Blick nimmt ist unser Anspruch“, betont er. Als Beispiel führte der Prorektor für Forschung und Nachhaltigkeit ein aktuelles Forschungsprojekt auf. In dem Projekt werden für spezielle Fälle auf dem Autismus-Spektrum optimale und individuelle Therapiemethoden entwickelt.

Als Schirmherr des Kongresses lobte Landrat Sven Hinterseh die Zusammenarbeit mit der Hochschule und ihre Bereitschaft sich beständig weiterzuentwickeln. Er betonte auch die Aktualität des Themas mit Blick auf die Transformation in der Gesundheitswirtschaft und die voranschreitende Akademisierung der Gesundheitsberufe. Hinterseh bedankte sich herzlich beim Organisationsteam der Hochschule für das erneute Ausrichten der Veranstaltung.

Die Keynote „Ich bin viele - Humanes Mikrobiom und Personalisierte Medizin” hielt HFU-Prof. Dr. Markus Egert. Der Mikrobiologe erklärte in seinem humorvollen und bildlichen Vortrag, dass jeder Mensch eine individuelle Ansammlung von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pizen hat – das sogenannte Mikrobiom. Die meisten davon sind im menschlichen Darm zu finden und ihre Zusammensetzung kann Aufschluss über Krankheitsbilder und Medikamentenverträglichkeiten geben. Im Bezug auf die Forschung zu Krebstherapien sagte Egert: „Es gibt Bakterien die beeinflussen, ob Chemotherapien besser oder schlechter wirken. Die Idee ist, vorher das Mikrobiom der Patienten zu untersuchen.“

Im Anschluss an die Keynote begann das individuell gestaltbare Programm. Teilnehmende hatten die Wahl zwischen einer moderierten Posterausstellung zu verschiedenen HFU-Projekten oder einer Führung durch die Praxisräume. Prof. Dr. Kirsten Steinhausen und Carina Johnssen luden in einem Workshop dazu ein, sich mit Frauengesundheit in den Wechseljahren, den Herausforderungen und möglichen Interventionsmöglichkeiten zu beschäftigen sowie Lösungsansätze zu erarbeiten.

Außerdem standen insgesamt zehn Vorträge zur Auswahl, die ethische und medizinische Aspekte der personalisierten Gesundheit näher beleuchteten. Dafür konnte das Organisationsteam wieder hochrangige Referentinnen und Referenten gewinnen, zum Beispiel aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum. Vortagsthemen waren beispielsweise „Personalisierte Medizin in der Pathologie“ und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten für die Krebstherapie, aber auch die Chancen und Risiken von Digitalisierung in der Gesundheitsbranche. „Wir konnten heute durch vielfältige Impulse einen guten Einblick in die Möglichkeiten und Chancen der personalisierten Gesundheit geben“, freut sich Prof. Dr. Kirsten Steinhausen, die als wissenschaftliche Leitung den Kongress gemeinsam mit ihrem Team konzipierte.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/wie-personalisiert-ist-gesundheit