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Diagnostik erkennt bereits Stoffwechselanomalien

An der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Ulm wird seit kurzem ein neues bildgebendes Verfahren (PET/CT) eingesetzt, mit dem es noch früher möglich ist, Erkrankungen in einem schon sehr zeitigen Stadium zu erkennen. Das zwei Millionen Euro teure diagnostische Gerät gehört zum Besten und leistungsfähigsten, was die Medizintechnik aktuell anbietet, sagt Sven Norbert Reske, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin.

„Wir sind eine der ersten Kliniken in Deutschland, die für ihre Patientinnen und Patienten derart präzise und hoch aufgelöste Bilder realisieren kann, dass z.B. Tumoren im Millimeterbereich genau lokalisiert werden und nun mit noch größerer Sicherheit beurteilt werden können“, verdeutlicht Reske.

Tumornachweis bereits im Frühstadium

MTA Anke Ruckgaber, Prof. Sven Norbert Reske und Prof. Gerhard Glatting (v.l.n.r.) mit einem Patienten (liegend) und dem neuen PET/CT. © UK Ulm

Das Kürzel PET/CT steht für die Kombination der zwei bildgebenden Verfahren Positronen-Emissions-Tomograpie und Computer Tomographie, die in einem einzigen Gerät zusammengefügt sind. Mit den Bilddaten lassen sich „kleinste Lungentumore oder Prostatakrebs, bei ansteigendem Tumormarker bereits im Frühstadium nachweisen und dann gezielt behandeln", sagt Reske. „Wir können jetzt zahlreiche Erkrankungen noch früher erkennen. Das geht soweit, dass wir biochemische Stoffwechselanomalien diagnostizieren können, bevor überhaupt organische Veränderungen auftreten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Alzheimer-Krankheit."

Nach den Worten von Medizinphysiker Gerhard Glatting (Klinik für Nuklearmedizin) macht die PET Vorgänge des Stoffwechsels sichtbare, während CT anatomische Strukturen zeigt. Das neue Diagnostik-Gerät, das ein zehn Jahre altes ersetzt, verfügt über eine bis zu fünffach höhere Empfindlichkeit und arbeitet vier Mal schneller als sein ausgemusterter Vorgänger. Eine Ganzkörperuntersuchung verkürzt sich für den Patienten nach Mitteilung des Klinikums von 45 auf zehn Minuten.

Glossar

  • Der Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse.
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist eine männliche Geschlechtsdrüse, die ein Sekret produziert, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird und sich dort mit dem Samen vermischt.
  • Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Dabei werden Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht und anschließend rechnerbasiert ausgewertet, um ein dreidimensionales Bild zu erhalten.
  • Die Positronenemissionstomographie (PET) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen, sowie biochemischen und physiologischen Vorgängen im Körper (funktionelle Bildgebung). Das Verfahren beruht auf der Verteilung einer radioaktiv markierten Substanz im Organismus, die Positronen emittiert und somit von Szintillationszählern detektiert werden kann.
  • Polyethylen (Abkürzung: PE) ist das Polymer des Ethylens. Es gehört zu den thermoplastischen Kunststoffen.
  • Die Alzheimer-Krankheit (auch Morbus Alzheimer genannt) ist eine langsam fortschreitende Demenz-Erkrankung, die sich in einer immer stärkeren Abnahme der Hirnfunktionen äußert. Sie tritt vor allem im Alter auf. Die Hauptursache von Alzheimer sind intrazelluläre Ablagerungen eines Fragments des Amyloid-Vorläufer-Proteins (APP), wodurch es zu einem zunehmenden Verlust von Nervenzellen und damit der Gehirnmasse kommt. Die Betroffenen zeigen anfangs nur eine geringfügigen Vergesslichkeit. In späteren Stadien sind vor allem die Sprache, das Denkvermögen und das Gedächtnis beeinträchtigt. Im Endstadium der Krankheit kommt es schließlich zu einem vollständigen Verlust des Verstandes sowie der Persönlichkeit der betroffenen Personen.
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