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Herausragende Leistung in der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm

Für seine Leistungen auf dem Gebiet der nuklearmedizinischen Therapie hat Dr. biol. hum. Peter Kletting, Mitarbeiter in der Klinik für Nuklearmedizin | Medizinische Strahlenphysik des Universitätsklinikums Ulm den diesjährigen Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) erhalten. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert. Mit dem Preis der Fachgesellschaft sollen wissenschaftliche Publikationen ausgezeichnet werden, die einen herausragenden Beitrag zur Etablierung oder Optimierung nuklearmedizinischer Therapien liefern.

Professor Dr. Bernd Joachim Krause (li), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin, überreichte Dr. Peter Kletting (re.) den Preis. © Universitätsklinikum Ulm/Gordon Winter

Die Verleihung fand während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) am 04. April 2019 in Bremen statt. In der ausgezeichneten Arbeit von Dr. Peter Kletting geht es um die Therapie des metastasierenden kastrationsresistenten Prostata-Karzinoms mit Radiopharmazeutika, die zielgerichtet die Tumorzellen ansteuern (Radioligandentherapie). In der Veröffentlichung wird eine Methode beschrieben, durch deren Anwendung die Wirksamkeit dieser Therapie individuell besser vorhergesagt werden kann.

Dr. Kletting entwickelte ein mathematisches Modell, welches die Verteilung und die Wirkung der Radioliganden im Patienten beschreibt. Durch die Berücksichtigung der im Vorfeld der Therapie durchgeführten bildgebenden Verfahren (z.B. Positronen-Emissions-Tomographie) kann das Ansprechen des Tumors genauer vorhergesagt werden. Die entwickelte Methode lässt sich auf andere Substanzen übertragen und weist somit eine außerordentlich große Relevanz für die aktuellen und zukünftigen Therapiekonzepte auf. Das in der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm (Professur Medizinische Strahlenphysik) in Kooperation mit dem Klinikum Rechts der Isar München durchgeführte Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Die Professur für Medizinische Strahlenphysik verbindet die Medizinische Bildgebung und Molekulare Radiotherapie als fundamentale Bestandteile innovativer Konzepte der Präzisionsmedizin mit Hilfe von mathematischen Modellen und Algorithmen. Die Klinik für Nuklearmedizin erforscht und entwickelt innovative Verfahren der molekularen Bildgebung und Therapie und bietet eine Komplettversorgung mit nuklearmedizinischen Untersuchungstechniken und Behandlungsmethoden nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Glossar

  • Metastasen sind Zellen, die sich vom Primärtumor abgelöst haben und weiterwachsen. Diese Tochtergeschwulst kann weit entfernt vom Primärtumor und in völlig anderem Gewebe entstehen.
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist eine männliche Geschlechtsdrüse, die ein Sekret produziert, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird und sich dort mit dem Samen vermischt.
  • In der Strahlentherapie (oder auch: Radiotherapie) werden verschiedene Formen der Strahlung, insbesondere hochenergetische, ionisierende Strahlung (z.B. Röntgen-, Beta- und Gammastrahlen) zur Behandlung von Krankheiten, speziell bösartiger Tumore, eingesetzt.
  • Molekular bedeutet: auf Ebene der Moleküle.
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