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Röchling wächst weiter in Medizin- und Industrietechnik

FRANK plastic AG mit Sitz in Baden-Württemberg erworben; Ideale Ergänzung des Produktportfolios und der Produktionstechnologien; Standort im Nordschwarzwald stärkt Röchling Medical-Netzwerk

Die Röchling-Gruppe setzt ihren Wachstumskurs weiter fort. Der Kunststoffspezialist aus Mannheim hat die FRANK plastic AG – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung – übernommen, einen Anbieter von Medizin- und Industrietechnik mit Sitz in Waldachtal in Baden-Württemberg. Erst vor wenigen Wochen hatte Röchling den amerikanischen Medizintechnik-Spezialisten Precision Medical Products erworben.

„Mit der Akquisition verfolgen wir unsere Wachstumsstrategie im Medical- aber auch im Industrial-Bereich konsequent weiter. Die FRANK plastic AG ergänzt unser Produktportfolio, unsere Produktionstechnologien und unsere Kundenstruktur in idealer Weise“, begründet Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Röchling-Gruppe und verantwortlich für den Unternehmensbereich Medical, die Übernahme. In punkto Größe, Ausrichtung, technischer Kompetenz und kultureller Prägung passe die FRANK plastic AG sehr gut in das Röchling-Firmennetzwerk. „Sie wird am Standort Waldachtal in ihrer nationalen und internationalen Tätigkeit erfolgreich sein“, so Knaebel.

Joachim Lehmann, BU Director Medical Europe der Röchling-Gruppe, zeigt sich überzeugt, dass sowohl die FRANK plastic AG als auch die Röchling-Gruppe von der Partnerschaft profitieren werden. „Mit FRANK plastic haben wir die Option, zusätzliche Kundenpotentiale besonders im Wachstumsmarkt Medizintechnik zu erschließen“, so Lehmann.

Die FRANK plastic AG ist ein traditionsreiches, 1940 gegründetes Familienunternehmen in Waldachtal nahe Freudenstadt im Schwarzwald. Im Jahr 2013 war es von der Ferdinand Piëch Beteiligungs GmbH übernommen worden und hat sich in den vergangenen Jahren konsequent vom Anbieter für verschiedene Industriebranchen zu einem Hersteller mit Schwerpunkt Medical und für ausgewählte Industrie-Segmente entwickelt. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten in der FRANK-Unternehmensgruppe 260 Mitarbeiter 32,4 Millionen Euro Umsatz.

Im Medizintechnikbereich beliefert FRANK u.a. die Segmente Kardiologie, Infusion, Angiografie (CT/MRT), Chirurgie und Ophthalmologie. Der Industriebereich des Unternehmens beliefert ausgewählte Segmente mit Extrusions-Profilen, anspruchsvollen Spritzgussteilen sowie Ventilen, Durchflussmessern und Armaturen. Hier wird es künftig zu einer engen Zusammenarbeit mit Röchling Industrial kommen.

„Wir haben uns zu einer Veräußerung unserer Anteile an der FRANK plastic AG und zu einer Partnerschaft mit der Röchling-Gruppe entschlossen, weil wir hier die allerbesten Zukunfts- und Wachstumsperspektiven für das Unternehmen und den Standort sehen“, sagt Ferdinand Piëch von der Ferdinand Piëch Beteiligungs GmbH. Für kleinere Unternehmen werde es aufgrund der Neuordnung der Medizinproduktezulassung durch die EU im Jahr 2017 immer schwieriger, sich in diesem hochregulierten Markt zu behaupten beziehungsweise perspektivisch zu wachsen. „Im Verbund mit dem internationalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe können die Mitarbeiter am Standort Waldachtal zuversichtlich in die Zukunft blicken“, so Piëch.

Der Unternehmensbereich Medical der Röchling-Gruppe konzentriert sich auf die Bereiche Pharma (Primärverpackung und Medikamentenabgabesysteme), Diagnostik/Patientenüberwachung, Life Sciences (Dialyse und Infusionsmedizin) sowie minimalinvasive Chirurgie/Interventional Medicine. „Das bestehende Produktportfolio von FRANK passt ideal in diese Marktsegmente und ergänzt komplementär das Produktportfolio der Röchling-Gruppe“, so Knaebel. .

Durch partnerschaftliche Entwicklungen mit verschiedenen Kunden hat FRANK in den vergangenen Jahren eigene Entwicklungsaktivitäten gestärkt und ein Innovationsmanagement eingeführt. Darüber hinaus hat man erhebliche Kompetenzen im Bereich Regulatory Affairs (Zertifizierung, Registrierung und Zulassung von Medizinprodukten) erworben. „Diese regulatorische Kompetenz und das bestehende Innovationsmanagement sind wesentliche Kompetenzergänzungen im Netzwerk der Medical-Unternehmen der Röchling-Gruppe“, sagt CEO Knaebel.

FRANK plastic wurde in den vergangenen Jahrzehnten als Familienunternehmen geführt und ähnelt in seiner Kundenorientierung stark der Röchling-Gruppe. „Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit kulturell sehr gut gelingen wird“, so fährt Knaebel fort. Der CEO von FRANK plastic, Dr. Christian Holzherr, wird dem Unternehmen weiterhin vorstehen. Holzherr: „Der hohe Einsatz unserer Mitarbeiter hat FRANK plastic in die heutige Position gebracht. Ich bin überzeugt, dass wir unseren Weg in der Röchling-Gruppe erfolgreich weitergehen werden.“

Sowohl im Bereich der Medizintechnik als auch der Industrie überzeugt FRANK mit seinem Know-how und seinen breitgefächerten Produktionstechnologien. Die Spritzgussfertigung startete schon 1960 und wurde 1970 um die Extrusionstechnologie erweitert. Bereits 1980 nahm FRANK die erste Medizinproduktion im Reinraum in Betrieb. Neben circa 70 Spritzgussmaschinen, davon 40 im Reinraum ISO 8, werden rund 18 Extrusionslinien betrieben. Darüber hinaus sind mehrere spanabhebende Bearbeitungszentren installiert. Die Produktionstechnologien ergänzen die der Röchling-Gruppe; stellen in einigen Fällen aber auch eine wesentliche zusätzliche Kompetenz dar. Dazu zählt beispielsweise die Schlauch-Extrusion unter Reinraumbedingungen.

FRANK plastic wird somit als neues Verbundunternehmen von Röchling Medical eine wichtige Rolle im globalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe spielen.

Glossar

  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • Aufgabe der Life Sciences ist die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen auf Basis der modernen Biotechnologie.
  • Bei der minimal-invasiven Chirurgie (MIC) werden operative Eingriffe mit nur sehr geringen Einschnitten in Haut und Weichteile durchgeführt. Kleinere Verletzungen führen meist zu geringeren Schmerzen nach der Operation und zu einer rascheren Erholung. Nachteile können unter Umständen in einer geringeren Übersichtlichkeit des Operationsfeldes, einer längeren Operationszeit und einer verzögerten Zugriffsmöglichkeit bei einer Komplikation bestehen.
  • kb ist die Abkürzung für Kilobase. Diese Einheit für die Länge von DNA- oder RNA-Molekülen entspricht 1.000 Basen bzw. Basenpaaren der Nukleinsäure.
  • Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Dabei werden Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht und anschließend rechnerbasiert ausgewertet, um ein dreidimensionales Bild zu erhalten.
  • Plastizität ist die Eigenschaft von Organismen, ihre Merkmalsausprägungen unter Einfluss von Umweltfaktoren zu verändern. Unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenschaft von Nervenzellen, sich in Abhängigkeit von ihrer Aktivität in ihren Antworteigenschaften zu verändern. Meist wird dabei die Stärke der synaptischen Übertragung beeinflusst (synaptische Plastizität). Die neuronale bzw. synaptische Plastizität wird als grundlegender Mechanismus für Lernvorgänge und Bildung von Erinnerungen angesehen.
  • Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch Kernspintomografie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Die MRT beruht auf der Nutzung magnetischer Felder und erlaubt die Erzeugung sehr genauer Schnittbilder des menschlichen Körpers.
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