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DITABIS: Maßgeschneiderte Analysesysteme für Forschung und Industrie

Ein hohes Qualitätsniveau, cleveres Produktdesign, Flexibilität und eine schnelle Umsetzung machen die DITABIS Digital Biomedical Imaging Systems AG aus Pforzheim zu einem Rennstall für Geräteentwicklungen. Wichtige Kernkompetenzen sind die Speicherfolientechnologie und das Fluoreszenzscanning, Verfahren mit denen hochauflösende digitale Bilder bis in das kleinste Detail kontrastreich und hochlinear aufgenommen werden. Die innovativen bildgebenden Systemlösungen finden Einsatz in den Bereichen wissenschaftlicher und diagnostischer Analytik sowie in der Medizintechnik - auch die pharmazeutische Industrie nutzt die Entwicklungen von DITABIS, beispielsweise zur Hochdurchsatz-Analyse von Wirkstoffen.

Einblick in das Produktportfolio mit OEM Entwicklungen sowie DITABIS eigenen Produkten © DITABIS

Maßgefertigte Hightech-Analysesysteme und medizinische Geräte aus einer Hand – dazu noch kostengünstig und zuverlässig: Da schlägt das Kundenherz höher. Mit drei Mitarbeitern starteten die ersten Entwicklungen 1996, bereits drei Jahre später brachte DITABIS das erste Hightech-Produkt namens Micron auf den internationalen Markt. Der auf der Imaging Plate-Technologie basierende Speicherfolienscanner ist in der Auflösung, Sensitivität und im Preis eine echte Alternative für Negativfilme und CCD-Kameras. Das Produkt wird für elektronenmikroskopische Aufnahmen von wissenschaftlichen Präparaten eingesetzt sowie für industrielle Röntgenanwendungen wie der Materialprüfung, zum Beispiel von Schweißnähten: Die Bildplattensysteme verwenden lichtempfindliche Kristalle, die durch Elektronen- bzw. Röntgenstrahlung  angeregt und über einen hochfokussierten Laserstrahl als digitales Bild direkt ausgelesen werden. „Die Imaging Plate-Technologie ist bei gleicher Leistung zwei bis drei mal günstiger als der Einsatz alternativer CCD-Kameras“, erklärt Marc Bayer, Produktmanager der DITABIS. Ein Grund, weshalb vor allem Forschungsinstitute stark an dieser Technologie interessiert sind. Bislang wurden bereits weit über 100 dieser Geräte verkauft. In der Zwischenzeit ist bereits die dritte Generation auf dem Markt, die eine noch bessere Auflösung als CCD-Digitalkameras bietet.

Mal geheim, mal bekennend

Beladen des Imaging Plate Scanners Micron © DITABIS

Die DITABIS ist in vielfältigen Marktsegmenten aufgestellt. Ein großes Standbein haben die Pforzheimer im OEM-Geschäft. OEM steht für „Original Equipment Manufacturer” und bedeutet, dass DITABIS im Auftrag vertriebsstarker Firmen Geräte entwickelt und auch produziert – der Name DITABIS bleibt in diesem Fall auf Wunsch des OEM-Kunden unsichtbar.  Die Ausnahme von dieser Regel beschreibt die erfolgreiche Kooperation mit dem international agierenden Labortechnikhersteller Greiner Bio-One aus Frickenhausen. „Das von Greiner unter dem Namen CheckScanner™ vertriebene System zur vollautomatisierten Erkennung und Analyse von Microarrays wurde nicht nur von uns entwickelt, es wird auch bei uns produziert“, erläutert Robert Warnke, Vertriebsleiter der DITABIS. „Dasselbe Gerät verkaufen auch wir, jedoch als DITABIS-System unter dem Namen MArS.“ Wie kann das funktionieren? Mit einem Entwicklungsaufwand wurden hier zwei völlig verschiedene Märkte erschlossen. „Greiner Bio-One spricht Kunden aus der Labordiagnostik an, die das Gerät in Kombination mit definierten Biochips zur bakteriellen Genotypisierung von Leitkeimen im Dentalbereich und im Rahmen der Krebsfrüherkennung bei Frauen vermarkten. Wir hingegen positionieren uns damit auf dem freien Forschungsmarkt und bieten Kompatibilität zu gängigen Biochip-Formaten an, die für vielfältige biologische und medizinische Fragestellungen einsetzbar sind“, erläutert Warnke. Den Anwendungsmöglichkeiten von MarS sind keine Grenzen gesetzt – der Benutzer kann Biochips aus den verschiedensten Anwendungsbereichen wie zum Beispiel Proteomik und Genomik einsetzen. Der Nachweis erfolgt über tausende Fluoreszenzspots, die vom MArS nach nur wenigen Mausklicks ausgelesen und mit der DITABIS eigenen Bildauswertungssoftware weiter analysiert werden.

Schnelle Entwicklung zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Imaging Plate Scanner Micron ermöglicht hochauflösende Elektronenmikroskopieaufnahmen von Zellen mit der Gefrierbruchtechnik © DITABIS

Die DITABIS Digital Biomedical Imaging Systems AG ist eine Ausgründung der Stratec Biomedical Systems AG. „Die private Aktiengesellschaft basiert auf ‚Good Old Business’ und wurde von den Gründern Dr. Christof Steiner und Hermann Leistner aus eigenen Mitteln finanziert", erklärt Marc Bayer. Die in der Zwischenzeit auf 22 Mitarbeiter gewachsene Firma hat alle wichtigen Disziplinen mit eigenem Personal besetzt: Entwicklung, Produktion sowie Marketing und Verkauf arbeiten strukturiert zusammen, um flexibel auf Kundenwünsche einzugehen. „Für die OEM-Geräteentwicklung von CeHa White, einem Produkt für den Dentalbereich, haben wir bis zur Markteinführung lediglich sechs Monate benötigt – zudem haben wir dafür auch noch einen Designpreis gewonnen", freut sich Dr. Steiner, Leiter des Business Development.

Im Auftrag von Fremdfirmen werden Detektionssysteme entwickelt, die beispielsweise in der pharmazeutischen Industrie beim Hochdurchsatz-Screening von Wirkstoffen eingesetzt werden, oder aber als tragbares Diagnostiksystem bei dem immer wichtiger werdenden Point-of-Care-Testing, also der patientennahen Diagnostik: Jüngstes Beispiel sind hoch innovative Entwicklungen im Bereich der markierungsfreien Analytik (Label Free Detection).

Im Haus arbeiten Ingenieure, Naturwissenschaftler und Software-Spezialisten Hand in Hand, um flexibel und schnell neue Projekte zu realisieren. DITABIS lagert lediglich die Produktionsschritte aus, die gut beschreibbare Routinetätigkeiten umfassen. Alle qualitätsrelevanten Arbeiten wie Baugruppenmontage und qualitätskonforme Endprüfungen werden im Haus durchgeführt, denn nur so könne man den hohen Qualitätsanforderungen der Kunden gerecht werden. Die Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten und die damit verbundenen Anforderungen nach der Qualitätsnorm ISO 13485 entsprechen den gesetzlichen Anforderungen der Medizinprodukte-Richtlinie und des Medizinproduktegesetzes – ein Standard, der auf dem nationalen und internationalen Markt unerlässlich ist. „Unsere ISO-13485-Zertifizierung ist häufig die finale Eintrittskarte für eine OEM-Entwicklung mit einem internationalen Diagnostik- oder Medizintechnik-Partner“, resümiert Dr. Steiner.

Eigener Vertrieb und Distributoren steigern die Marktpräsenz

Der Vertrieb ist neben der Entwicklung und Produktion ein wichtiger Kernprozess bei DITABIS. Den weltweiten Vertrieb übernehmen Distributoren und bedienen vor allem Kunden aus Asien und Amerika. Doch die Pforzheimer Erfolgsgeschichte soll weiter geschrieben werden, auf den jetzigen Lorbeeren möchte man sich nicht ausruhen. „Durch den Ausbau unseres Produktportfolios und unseres Distributorennetzwerkes werden wir unser Geschäft noch weiter steigern, denn ein weiteres kontinuierliches Wachstum der Firma ist unser Ziel", finalisiert Warnke.

Glossar

  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Das Genom ist die gesamte Erbsubstanz eines Organismus. Jede Zelle eines Organismus verfügt in Ihrem Zellkern über die komplette Erbinformation.
  • Screening kommt aus dem Englischen und bedeutet Durchsiebung, Rasterung. Man versteht darunter ein systematisches Testverfahren, das eingesetzt wird, um innerhalb einer großen Anzahl von Proben oder Personen bestimmte Eigenschaften zu identifizieren. In der Molekularbiologie lässt sich so z.B. ein gewünschter Klon aus einer genomischen Bank herausfiltern.
  • In einem "Array" sind viele Proben fein säuberlich nebeneinander aufgetragen. Es ist ein Medium, mit dem bekannte und unbekannte DNA-Sequenzen und Proteine aufgrund von Basenpaarungen und Protein-Protein-Interaktionen in großem Durchsatz identifiziert werden.
  • Das Proteom ist die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt unter definierten Bedingungen vorhandenen Proteine in einem Lebewesen, einem Gewebe oder einer Zelle.
  • Mit Imaging ist meist eine Methode zur Bildgenerierung und -erfassung gemeint.
  • CCD steht für: charge coupled device. Es handelt sich dabei um einen Fotosensor, also einen lichtempfindliche Halbleiterdetektor.
  • Als Fluoreszenz wird die spontane Emission von Licht bestimmter Wellenlänge nach Anregung eines Moleküls mit Licht einer anderen Wellenlänge bezeichnet.
  • Der Genotyp (Erbbild) repräsentiert die genetische Ausstattung eines Organismus.
  • Ein OEM ist ein Unternehmen, das Produkte oder Teile von Produkten herstellt, aber diese nicht selber in Verkehr bringt.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/ditabis-massgeschneiderte-analysesysteme-fuer-forschung-und-industrie/