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Politprominenz im Experimental-OP

Bundesweite Aufmerksamkeit erregt derzeit der Experimental-OP des Tübinger Universitätsklinikums. Das am 14. Juli 2008 von Ministerpräsident Günther H. Oettinger eröffnete Simulations- und Testlabor ist noch am selben Tag für seine Zukunftsfähigkeit als "Ausgewählter Ort" im Innovationswettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet worden. Anfang des Monats hatte sich bereits Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan in Tübingen über die Potenziale der Medizintechnik und der Biotechnologie informiert.

Ministerpräsident Günther H. Oettinger eröffnet den Experimental-OP, der sich in einer ausgedienten Fabrikhalle befindet. (Foto: BIOPRO/Kindervater)
Mit dem Ziel, den "Dialog zwischen Wissenschaft und Politik" zu intensivieren, hatte die Tübinger CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Annette Widmann-Mauz die Bundesministerin zu einem offenen Meinungsaustausch mit Vertretern von regionalen Kliniken und Forschungseinrichtungen, mit den Rektoren der Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie mit Unternehmern der Biotechnologie-Branche eingeladen.
Nur wenige Wochen zuvor war die Region Neckar-Alb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als eine der führenden "Gesundheitsregionen der Zukunft" prämiert worden. Nahezu gleichzeitig hatte der Cluster-Verbund "Medizintechnik und Gesundheit Tuttlingen/Neckar-Alb" als "MedCare TechArea" dem BMBF seine Strategie für die Finalrunde des Spitzencluster-Wettbewerbs vorgestellt. Ein wichtiges Leitprojekt dieser ausgearbeiteten Strategie ist der Experimental-OP am Universitätsklinikum Tübingen. Genug Gründe für die Ministerin, die Reise von Berlin in die schwäbische Universitätsstadt anzutreten, um sich vor Ort zu informieren.

Innovations-Allianz bringt den Erfolg

Bei ihrem Besuch am 3. Juli 2008 nannte Dr. Annette Schavan die Spitzencluster-Strategie der "MedCare TechArea" ein Beispiel für eine "Innovations-Allianz" zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Und eben eine solche Allianz war auch notwendig, um das Projekt Experimental-OP ins Leben zu rufen. Damit diese europaweit einzigartige Einrichtung für Forschung und Neuentwicklungen in der Medizintechnik entstehen konnte, mussten Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eng zusammenarbeiten, nicht zuletzt bei der Finanzierung: Circa 2,3 Millionen Euro sind vom Universitätsklinikum Tübingen, der Medizinischen Fakultät Tübingen, der Universität Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg bereitgestellt worden, annähernd 3 Millionen Euro haben rund achtzig industrielle Kooperationspartner investiert.

Rund 1000 Quadratmeter Labor- und Bürofläche sowie eine eigene Werkstatt ermöglichen ab sofort die Entwicklung und Prüfung neuer Operationstechniken, der dazu notwendigen Geräte, Abläufe und Raumplanung. Gleichzeitig bietet diese Plattform ein optimales Schulungsumfeld für Ärzte, operationstechnisches Assistenzpersonal sowie für Techniker und Ingenieure.

Patienten und Personal profitieren

Operationssäle gehören zu den kostenintensivsten Bereichen im Krankenhaus. Gelingt es, mithilfe des Modells den System-Operationssaal von morgen zu konzipieren, so lassen sich neue Qualitätsstandards setzen und gleichzeitig die Effizienz steigern. Das Resultat wären deutliche Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem. Letztendlich profitierten davon nicht nur die Mitarbeiter im Operationssaal, sondern in erster Linie die Patienten, erläuterte Prof. Dr. Ingo B. Autenrieth, Dekan der Medizinischen Fakultät, bei der offiziellen Eröffnung des Experimental-OPs. Ergänzend erklärte Dr. Paul-Stephan Mauz, Vorstand des Experimental-OP & Ergonomie: "Ziel ist der schnellere horizontale und vertikale Transfer, gerade was die Einflussnahme auf Richtlinien, Normen und Standards angeht."

Vor zahlreich geladenen Gästen – darunter Wissenschaftler, Politiker und Unternehmer der Medizintechnikbranche – lobte Ministerpräsident Günther H. Oettinger die erfolgreiche Kooperation von Forschung und Industrie bei der Entwicklung des Experimental-OPs. Es sei wichtig, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen durch die universitäre Forschung gestärkt würden. Nicht nur den Schulterschluss der beiden Universitäten Stuttgart und Tübingen hob er in diesem Zusammenhang positiv hervor. Auch das erfolgreiche Abschneiden der "MedCare TechArea" beim bundesweiten Spitzencluster-Wettbewerb sei erst dank des gemeinsamen Engagements von Wissenschaftlern, Unternehmern und Politikern sowie der Koordination durch die landeseigene BIOPRO Baden-Württemberg GmbH möglich geworden.
Auf großes Interesse stieß die Eröffnung des Experimantal OP in Tübingen, der auch in den Cluster MedCare TechArea eingebunden ist. (Foto: BIOPRO/Kindervater)
Or – 14.07.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH


Weitere Informationen zum Beitrag:

Petra Pauline Remmlinger
Leiterin Wirtschaftsförderung, Technologietransfer
und Wissensmanagement
BIOPRO Baden-Württemberg GmbH
Breitscheidstr. 10
70174 Stuttgart
Fax: 0711/218285-02
E-Mail: remmlinger@bio-pro.de
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/politprominenz-im-experimental-op/