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Rückblick: Meet&Match - Surface Technologies for Medical Devices

Auf der neunten Meet&Match-Veranstaltung am 10. Juli 2014 in Karlsruhe trafen sich rund 50 Experten aus Industrie, Forschung und Dienstleistung, um sich zum Thema „Surface Technologies for Medical Devices" auszutauschen und zu vernetzen. Die Veranstaltung der BIOPRO Baden-Württemberg wurde gemeinsam mit dem Partner Alsace BioValley durchgeführt.

Das Konzept der Meet&Match-Veranstaltungen wurde innerhalb des trinationalen Life-Sciences-Clusters BioValley entwickelt, welches bis 2012 von der EU und Baden-Württemberg im Rahmen des INTERREG-Programms gefördert wurde. Auch nach Ende der Förderperiode setzen BIOPRO Baden-Württemberg und Alsace BioValley dieses sehr erfolgreiche Format gemeinsam fort. Ziel ist es, Personen zu einem spezifischen Thema zusammenzubringen, Austausch zu ermöglichen, neue Impulse zu geben und Kooperationen zwischen den Teilnehmern und den Regionen Elsass und Baden-Württemberg anzubahnen.

Experten diskutieren über Technologien und Verfahren zur Beschichtung und Funktionalisierung von Oberflächen in der Medizintechnik

Dr. Christian Oehr vom Fraunhofer IGB bei seinem Vortrag über neue Technologien und Verfahren zur Beschichtung und Funktionalisierung von Medizinprodukten © Ann-Kristin Fiala / BIOPRO
Bei diesem Meet&Match stellten sieben Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft aus Baden-Württemberg, dem Elsass und der Schweiz ihre aktuellen Projekte sowie Technologien und Verfahren zur Beschichtung und Funktionalisierung von Oberflächen in der Medizintechnik in 20-minütigen Vorträgen vor.

Nach der Begrüßung durch Mona Boyé von Alsace BioValley und Caroline Ref von BIOPRO Baden-Württemberg eröffnete Dr. Christian Oehr vom Fraunhofer IGB in Stuttgart das Vortragsprogramm mit Informationen über verschiedene Beschichtungs- und Funktionalisierungstechnologien. Er spannte einen Bogen von der Plasmamodifizierung von Oberflächen über die Funktionalisierung von Biomaterialien bis hin zur Beschichtung von Membranen und der Technologie des Bio-Printing, dem zielgenauen Auftragen von Zellen auf Oberflächen mittels Bio-Ink.
Dr. Adalbert Kovacs, Geschäftsführer der Limedion GmbH aus Mannheim, erläuterte anschließend dem interessierten Auditorium unter anderem die Methoden des Plasma- und ionenunterstützten Aufdampfens von metallischen und keramischen Schichten im Vakuum.

Zur ausgiebigen Diskussion mit den Teilnehmern regte der Vortrag von Prof. Dr. Ursula Obst vom KIT in Karlsruhe an. Sie referierte über die Testung von Beschichtungen auf Beständigkeit, auf bakterielle Biofilmbildung bei Implantaten und die aus ihrer Sicht derzeit nicht ausreichenden regulatorischen Vorgaben in der Oberflächentestung bei der Entwicklung von Implantaten.

Die französischen Firmen CONFARMA SA und RESCOLL, die gemeinsam an einem Projekt zur Entwicklung und Analyse einer neuartigen Oberflächenbeschichtung für Implantate arbeiten, welche, getriggert durch eine mikrobielle Infektion, lokal Antibiotika freisetzt, wurden von Dr. Elodie Pacard vorgestellt.

"Short presentations" der Teilnehmer intensivieren das Netzwerken in der Mittagspause

Die Mittagspause wurde von den Teilnehmern des Meet&Match zum intensiven Netzwerken genutzt. © Ann-Kristin Fiala / BIOPRO
Nach der Kaffeepause, die wie das Mittagessen von den Teilnehmern ausgiebig zum Diskutieren und Netzwerken genutzt wurde, sprach Prof. Dr. Rumen Krastev vom NMI Reutlingen über die Funktionalisierung von Stentoberflächen mit siRNA enthaltenden Polyelektrolyt-Schichten zur Verhinderung einer Restenose und deren Applikation durch die „Layer-by-Layer-Technologie“.
Es folgte ein weiterer spannender Vortrag, in dem Dr. Johan Foster vom Adolphe Merkle Institute in der Schweiz, seine Forschung zur Herstellung bio-inspirierter Polymere erläuterte. Diese können auf einen bestimmten Stimulus hin ihre mechanischen Eigenschaften, wie beispielsweise ihre Festigkeit, ändern.

Abgerundet wurde die Session schließlich von Dr. Nadia Benkirane-Jessel von der Universität Straßburg mit ihrem Vortrag über Implantate mit aktiven Nanoreservoirs für Wachstumsfaktoren und Stammzellen zur Therapie von Knorpel- und Knochendefekten. Diese Entwicklung soll in ein Start-up-Projekt münden.

Außerdem gab es bei dieser Meet&Match-Veranstaltung zum ersten Mal auch für das Publikum die Möglichkeit, sich und sein Unternehmen bzw. Institut in der „Short presentation Session“ kurz vorzustellen. Damit sollte das Netzwerken in der anschließenden Mittagspause intensiviert und vereinfacht werden. Dieses Angebot fand bei den Teilnehmern großen Zuspruch und wurde auch durch einige Spontan-Vorträge bereichert.

Die nächste Meet&Match-Veranstaltung zum Thema „eHealth, telemedicine and the hospital of the future“ wird am 25. September 2014 in Ulm stattfinden. Informationen zu künftigen Meet&Match-Veranstaltungen und weiteren Events erhalten Sie über unsere Veranstaltungsankündigungen oder über unseren Newsletter (siehe Links oben rechts). Für Themenvorschläge sind wir jederzeit offen: Sollten Sie ein spannendes Thema für ein Meet&Match-Event im Bereich der Life Sciences haben, freuen wir uns über Ihre Vorschläge unter ref(at)bio-pro.de.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/rueckblick-meet-match-surface-technologies-for-medical-devices/